Der Barbarenschatz
Geraubt und im Rhein versunken
Mit der Sonderausstellung „Der Barbarenschatz“ präsentierte das Historische Museum der Pfalz Speyer in einem internationalen Großprojekt mit Museen in Deutschland, Frankreich und Luxemburg erstmals den spektakulären Hortfund aus dem rheinland-pfälzischen Neupotz einer breiten Öffentlichkeit.
Der einmalige Schatzfund aus dem Rhein wurde Anfang der 1980er Jahre beim Kiesabbau im Altrhein entdeckt und gilt als der größte römerzeitliche Metallfund in Europa. Er umfasst mittlerweile über 1.100 Objekte aus Bronze, Messing, Eisen und Silber und hat ein Gewicht von über 750 Kilogramm.
Der Hortfund, Eigentum der Gebrüder Ludwig und Willi Kuhn, wurde dem Historischen Museum der Pfalz als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.
Die Ausstellung wurde bzw. wird gezeigt in:
Speyer, Historisches Museum der Pfalz Speyer: 20.05. - 22.10.2006
Augsburg, Römisches Museum: 23.02. - 05.08.2007
Luxembourg, Nationalmuseum: 21.09. - 09.12.2007
Bonn, Rheinisches Landesmuseum: 08.02. - 14.05.2008
Reinheim, Kulturpark Bliesbruck: 07.08. - 26.10.2008
Kalkriese, Museum und Park: 02.05. - 27.09.2009
Mistelbach (Österreich), Museumszentrum: 20.03.2010 - 30.11.2010
Alicante, Museo Arqueológico de Alicante: 30.03.2012 – 14.10.2012
Der Hortfund beeindruckt nicht nur durch seine Objekte, sondern dokumentiert gleichsam einen der spannendsten Abschnitte in der Geschichte der römischen Besetzung Süddeutschlands: Er stammt aus der Zeit, als das Römische Reich in eine schwere Krise gestürzt wurde. Germanen bedrohten die Reichsgrenze. In der zweiten Hälfte des 3. Jh. n. Chr. überwanden die Alamannen den Limes und fielen in Rätien, das u.a. Teile des heutigen Bayerns umfasste, und in die gallisch-germanischen Provinzen ein. Am Mittel- und Niederrhein operierten die Franken. Erst die Großoffensive des Kaisers Probus zwischen 277 und 278 n. Chr. bereitete den Einfällen ein Ende.
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