Urgeschichte
Am Anfang war das Feuer
700.000 Jahre dauerte die Urgeschichte in der Pfalz: Von den ersten Menschen, die hier siedelten bis zur Ankunft der Römer. Die Vorgeschichte, die auch Urgeschichte genannt wird, beschäftigt sich weitgehend mit der schriftlosen Zeit. So spannende Ereignisse wie die Beherrschung des Feuers, das rätselhafte Verschwinden des Neandertalers oder die Bearbeitung von Metallen fanden in der urgeschichtlichen Zeit statt. Von Sammlern und Jägern mit Faustkeilen entwickelten sich die frühen Menschen in unserer Region seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. zu sesshaften Bauern, die Gefäße aus Ton töpferten, Kleidung aus Wolle webten, Getreide anbauten und Vieh züchteten.
Neandertaler und Homo sapiens
Neandertaler und Homo sapiens
Einige tausend Jahre lang lebten der Neandertaler (Homo sapiens neandertalensis) und der moderne Mensch gleichzeitig. Ob sie miteinander existierten und ihr Wissen austauschten oder sich eher feindlich gesinnt waren, darüber streiten sich die Forscher. Vor etwa 27.000 Jahren war nur noch der moderne Mensch, der Homo sapiens sapiens, übrig. Der Neandertaler verschwand allmählich. Im Museum begegnen sie sich wieder. Einträchtig sitzen Neandertaler und der moderne Mensch nebeneinander und scheinen sich auszutauschen.
Geschichte zum Anfassen
Rekonstruierte Werkzeuge aus der Urgeschichte
Die beiden lebensnahen Figuren sind ebenso wie das jungsteinzeitliche Langhaus Projekte des Jungen Museums. Im begehbaren Haus aus in Lehm- und Flechtwerktechnik können Besucher steinzeitliche Gerätschaften ausprobieren. Das persönliche Erleben hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Durch die direkte Gegenüberstellung mit der Vergangenheit wird Geschichte gegenwärtig.
Fürstliches Leben: Der Goldene Hut
Goldener Hut von Schifferstadt
Der Schwerpunkt dieses Bereiches der Sammlungsausstellung liegt auf der Entstehung, dem Aufstieg und dem Niedergang bronze- und eisenzeitlicher Kulturen. Eineinhalbtausend Jahre vor Christi Geburt lebten Menschen in einer hierarchisch geordneten Gesellschaft mit einem mächtigen Anführer oder Fürsten als Oberhaupt. Höhepunkt der Sammlung bildet der Goldene Hut von Schifferstadt. Der Kegelhut aus Goldblech ist eines von weltweit nur vier bekannten Exemplaren. Er wird als Zeremonialhut eines Priesters mit überregionaler Autorität gedeutet.
Weitere Höhepunkte der Schausammlung bilden die beiden Bronzeräder aus Hassloch aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Die Räder gehörten ursprünglich zu einem vierrädrigen Zeremonialwagen. Man fand die Reste des zerstörten Wagens an mehreren Stellen unter der Erde. Nur wenige Teile sind bisher geborgen worden. Aus den Überresten (103 Teile) wurden die Räder neu zusammengesetzt. Die Bronzeräder aus Hassloch sind wertvolle Zeugnisse vom hohen Können und der Kunstfertigkeit vorgeschichtlicher Bronzegießer.