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Historisches Museum der Pfalz Speyer
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Neuzeit

Fürstliche Territorialherren und freie Reichsstadt

Die Sammlung "Neuzeit" vermittelt 500 Jahre Geschichte. In ihrem Kern stehen Zeugnisse der freien Reichsstadt Speyer und der pfälzischen Territorien. Immer wieder wird aus dieser Region heraus deutsche und europäische Geschichte geschrieben. Speyer ist bis zur Zerstörung der Stadt im pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 Sitz des Reichskammergerichts und mehrmals auch Tagungsort des Reichstags. 1529 findet hier die Protestation der evangelischen Fürsten statt. Einer der glanzvollsten pfälzischen Kurfürsten, Friedrich V., König von Böhmen für die Dauer eines Winters, ist eine der zentralen Figuren der beginnenden Auseinandersetzungen im Dreissigjährigen Krieg. Beispielhafte Zeugnisse aus 44 Territorien, die man am Ende des 18. Jahrhunderts in der Pfalz zählte, veranschaulichen die höfische Kultur des absolutistischen Zeitalters.

Flamen und Wallonen in der Pfalz

Gillis van Coninxloo (1544-1607) Waldlandschaft mit Reiherjägern

Viele Calvinisten, die ihre Heimat verlassen müssen, siedeln sich ab 1562 in der protestantischen Kurpfalz an. Es sind tüchtige Kaufleute, Handwerker, aber auch Künstler unter ihnen. In der Region entstehen nun wertvolle Teppiche, strapazierfähige Stoffe, aber auch wichtige Kunstwerke. Die Sammlung "Neuzeit" präsentiert berühmte Gemälde dieser Künstlergruppe, die als "Franken-thaler Maler" bezeichnet werden.

Frankenthaler Porzellan

Figur: Herkules, Joh. Wilhelm Lanz (1725-61)
Joh. Wilhelm Lanz (1725-61), Herkules

Im frühen 18. Jahrhundert gelang es Böttger und von Tschirnhaus nach zahlreichen Versuchen das erste europäische Porzellan herzustellen. Obwohl das Geheimnis des „Weißen Goldes“ streng gehütet wurde, verbreitete es sich rasch in Europa. 1755 kam es nach Frankenthal, wenig später nach Zweibrücken. In 45 Jahren Produktion entstanden in der Frankenthaler Manufaktur Tafelgeschirre und Tischaufsätze. Die zerbrechlichen Einzelfiguren und Figurengruppen sind zuweilen von antiken Mythen inspiriert, sie zeigen darüber hinaus eine breite Vielfalt von Themen des höfischen und ländlichen Lebens sowie Themen der Jagd, der Berufswelt, der Kinderwelt und vieles mehr. Porzellan diente als Dekoration für die höfische Tafel aber auch für die Tafel reicher Bürger. Das Historische Museum der Pfalz besitzt eine der größten Sammlungen der weltweit geschätzten Erzeugnisse.

Französische Revolution und Hambacher Fest

Der Zug auf das Hambacher Schloss

Die Ideen der französischen Revolution führen am Ende des 18. Jahrhunderts zu radikalen Veränderungen in der Region. Die linksrheinische Pfalz wird zunächst Teil des französischen Staates. Im Rahmen der Neuordnung Europas nach den napoleonischen Kriegen werden die linksrheinischen Gebiete der Pfalz dann als "Bayerischer Rheinkreis" dem Königreich Bayern zugesprochen. Das französche Verwaltungs- und Rechtssystem der Pfalz wird aber in der bayerischen Verfassung anerkannt. Aufgrund der besonderen Gesetzeslage und des steigenden Unmuts der pfälzischen Bevölkerung über Zölle und Abgaben vor dem Hintergrund schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse in der Region verbreiten sich liberale Ideen, die zu einer großen bürgerlichen Protestkundgebung auf dem Hambacher Schlossberg bei Neustadt führen. Fast 30.000 Menschen kommen dort zu Pfingsten 1832 zusammen, um friedlich ein geeintes demokratisches Deutschland zu fordern. Mehr...

Vormärz und Biedermeier

Biedermeierraum im Bereich

Die neue bürgerlich orientierte Lebensform spiegelt sich auch im Alltag wider. Neue Produktionsformen und Bedürfnisse lassen einfachere, schlichtere und privatere Möbel entstehen, die man später unter dem Begriff "Biedermeier" zusammenfasst. Das Historische Museum der Pfalz bietet einen ersten Überblick über Mode, Möbel und Kunst dieser Zeit.

Anselm Feuerbach, ein Maler aus Speyer

Anselm Feuerbach: Laura im Park von Vaucluse

Während sich die Welt im Zuge der Industrialisierung verändert sehnt sich Anselm Feuerbach zu einem antiken Menschheitsideal zurück, in welchem er die gelungene Vereinigung innerer und äußerer menschlicher Schönheit sieht. Der 1829 in Speyer geborene Künstler erhält seine Ausbildung in Düsseldorf, München, Antwerpen und Paris. Lange Zeit lebt er in Italien, wo die meisten seiner Werke entstehen, darunter so berühmte wie die „Iphigenie" oder „das Gastmahl des Plato". Das Historische Museum der Pfalz zeigt eine herausragende Sammlung seiner Werke.

 

Mehr Informationen zum Geburtshaus des Malers: www.feuerbachhaus.de.

Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts

Die industrielle Revolution verändert mit ihren Maschinen das Leben der Menschen. Kriege werden nun mit U-Booten und Flugzeugen geführt und beziehen die ganze Welt mit ein. Die zunächst große Begeisterung der patriotischen Soldaten weicht bald einer Friedenssehnsucht. Deutschland beginnt und verliert zwei Weltkriege. 1919 wächst in der Pfalz die Idee, sich von Bayern und dem Deutschen Reich loszulösen und eine eigenständige Republik zu gründen. Die Separatisten scheitern 1929, als am 9. Januar ihr Anführer im „Wittelsbacher Hof“ erschossen wird.

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Neuzeit
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